Thesen

Thesenpapier

Nach unseren ersten gemeinsamen Arbeitstreffen im März 2015 haben wir folgende Thesen aufgestellt:

Kinder und Jugendliche – Publikum zweiter Klasse?

Kinder und Jugendliche sind keine Kulturkonsumenten zweiter Klasse, für die oft wiederholte althergebrachte Märchenspiele, Mainstream Produktionen oder mehr pädagogisch als künstlerisch motivierte Stücke genügen. Sie haben einen unbedingten Anspruch auf ein modernes, kreatives und vielfältiges Theater.
 

Erstkontakt und Grundstein

Darstellende Künste für ein junges Publikum sind oft der erste Kontakt junger Menschen mit der Kulturlandschaft und haben einen großen Einfluss auf deren kulturelles Interesse wie auch die persönliche Entwicklung hinsichtlich Kreativität und gesellschaftlicher Partizipation. Nicht zuletzt wird hier auch der Grundstein für ein Publikum der Zukunft gelegt.
 

Keine Schauspieler zweiter Klasse

Es ergibt sich eine besondere Verantwortung der darstellenden KünstlerInnen. Ihre Arbeit kann nicht weniger engagiert, nicht weniger professionell, nicht weniger sorgfältig, nicht weniger künstlerisch anspruchsvoll und innovativ sein, als die Arbeit der KünstlerInnen, die für ein erwachsenes Publikum arbeiten. Tatsächlich geht sie oftmals deutlich darüber hinaus.
 

Konkurrenz und Zusammenarbeit belebt die Szene

Unverzichtbarer Motor eines florierenden städtischen Kulturlebens ist das Zusammenspiel und die kreative Konkurrenz zwischen städtischen/staatlichen Einrichtungen und einer blühenden freien Szene. Die alleinige Konzentration auf ein städtisches Jugendtheater ignoriert die entscheidenden Impulse, die seit jeher die freien KünstlerInnen in die Kultur­landschaft eingebracht haben.

Derzeitige Förderung ist unangemessen

Die wirtschaftliche Lage der freien darstellenden Künste für ein junges Publikum steht ihrem Engagement und ihrer künstlerischen sowie gesellschaftlichen Bedeutung diametral entgegen. Wir arbeiten für ein Publikum, bei dem kaum ein Viertel der Eintrittspreise des Erwachsenenpublikums erzielt werden. Trotz eines Anteils unserer Zuschauer an der Stadtbevölkerung von fast 20% stehen uns keine 3% der Fördermittel für die freie Szene Münchens zur Verfügung.
 

Nischenleben ist untragbar

Die Raumnot Münchens drängt bei dieser wirtschaftlichen Lage die KünstlerInnen hinaus aus dem öffentlich wahr­genommen Stadtraum in kleine Ecken und Hinterhöfe oder ganz aus der Stadt hinaus. Dieses Nischenleben ist der Bedeutung der Kultur für junge Menschen nicht würdig. Eine reine Orientierung an Landkartenstrichen einer Stadtgrenze ist deshalb nicht angemessen. Dem müssen Förderungsstrukturen Rechnung tragen.
 

Kultur für junge Menschen

Kultur für junge Menschen ist etwas anderes als Kultur mit jungen Menschen, hat andere Ziele, Bedürfnisse und Herangehensweisen. Um die wertvolle pädagogische Arbeit in partizipativen Projekten nicht zu schmälern, ist eine klare Trennung nötig. Ebenso eine entsprechend unabhängige Förderung dieses Angebotes.
 

Spartenübergreifend

Da Kinder und Jugendliche Kultur nicht ähnlich wie Erwachsene in Kategorien wahrnehmen, sind die darstellenden Künste für dieses Publikum von Natur aus spartenübergreifend und lassen sich nicht in Bereiche wie Theater, Tanz, Erzählung, Figuren und ähnliches auftrennen.



 
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